Wandernd von Italien nach Frankreich

erschienen im GEO Saison 07/2016 und online

In den Tälern rund um den Berg Monviso in den Westalpen scheint die Welt stillzustehen. Eine Wanderung vom italienischen Piemont ins französische Queyras

Ich spaziere über Kopfsteinpflaster, das schon mittelalterliche italienische Markgrafen genutzt haben – als sich Saluzzo im Po-Tal seit Mitte des 12. Jahrhunderts zu einer reichen Handelsstadt entwickelte. An der 1270 erbauten Burg starte ich meine Wanderung vom westlichen Piemont über die französische Grenze. In den Lauben an der Via Alessandro Volta, wo früher Handwerker ihre Waren verkauften, treffen mittwochs und samstags lokale Kleinbauern zum Markt zusammen. Eine Piemonteserin bietet mir ihre Feigen an, eine andere Pfirsiche, Äpfel und Kiwi aus dem eigenen Garten. Als ich an gotischen Palazzi vorbei durch die engen Gassen spaziere, entdecke ich viele mit Schnitzereien verzierte Holztüren. Diese okzitanische Tradition aus dem 15. Jahrhundert macht mich neugierig. Also fahre ich nach Piasco, eine Viertelstunde nach Süden. > mehr